Diese versteckte Safari-Funktion schützt deine Privatsphäre besser als jedes VPN

Apples Safari-Browser verbirgt eine clevere Sicherheitsfunktion, die viele Mac-Nutzer übersehen: den Privaten Relay. Diese eingebaute Technologie schützt eure Online-Privatsphäre, ohne dass ihr ein kompliziertes VPN einrichten müsst. Der Clou bei diesem Feature von Apple: Eure IP-Adresse wird verschleiert und der Datenverkehr doppelt verschlüsselt – und das alles mit wenigen Klicks in Safari.

Was genau ist der Private Relay und warum sollte ich ihn nutzen?

Der Private Relay ist Teil von iCloud+ und funktioniert ähnlich wie ein VPN, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Apple selbst kann nicht nachvollziehen, welche Webseiten ihr besucht. Das System arbeitet mit zwei separaten Relay-Servern. Der erste Server kennt eure IP-Adresse, aber nicht die besuchte Webseite. Der zweite Server wird von Drittanbietern wie Cloudflare, Akamai oder Fastly betrieben und kennt die Webseite, aber nicht eure echte IP-Adresse. Diese Aufteilung sorgt dafür, dass niemand – nicht einmal Apple – ein vollständiges Bild eurer Surfgewohnheiten erhält.

Besonders praktisch ist diese Funktion in öffentlichen WLAN-Netzen, wo Hacker vergleichsweise leicht Datenverkehr abfangen können. Statt jedes Mal manuell ein VPN zu aktivieren, läuft der Schutz im Hintergrund – transparent und unauffällig.

Die versteckten Voraussetzungen: Das braucht ihr wirklich

Bevor ihr euch in die Einstellungen stürzt, solltet ihr wissen, dass der Private Relay nicht für jeden verfügbar ist. Ihr benötigt ein aktives iCloud+-Abonnement, das bei 0,99 Euro monatlich beginnt. Mit der kostenlosen iCloud-Variante bleibt diese Funktion leider verschlossen. Außerdem funktioniert der Service aktuell nur in Safari – andere Browser auf dem Mac profitieren nicht davon.

Ein weiterer Punkt: Der Private Relay ist in einigen Ländern aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht verfügbar. Apple deaktiviert den Dienst automatisch an solchen Orten und reaktiviert ihn, sobald ihr euch wieder in einer unterstützten Region befindet. Euer Mac sollte mindestens macOS Monterey oder neuer installiert haben, damit alle Features reibungslos funktionieren.

So aktiviert ihr den Privaten Relay auf eurem Mac

Die Aktivierung ist überraschend simpel, wenn man weiß, wo man suchen muss. Öffnet zunächst die Systemeinstellungen über das Apple-Menü in der oberen linken Ecke eures Bildschirms. Klickt dann auf euren Namen ganz oben, um zu den iCloud-Einstellungen zu gelangen.

Scrollt in der Seitenleiste nach unten, bis ihr den Eintrag Privater Relay findet. Hier gibt es einen einfachen Schalter, den ihr aktivieren könnt. Apple bietet euch anschließend zwei Optionen für die Standortgenauigkeit an. Die erste Option ersetzt eure IP-Adresse durch eine Adresse aus eurer Region, sodass Webseiten weiterhin relevante lokale Inhalte anzeigen können. Die zweite Option nutzt einen größeren geografischen Bereich, was mehr Anonymität bietet, aber manchmal zu Problemen mit regionalspezifischen Inhalten führen kann.

Für die meisten Nutzer ist die erste Option der goldene Mittelweg zwischen Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit. Ihr bleibt anonym, könnt aber weiterhin auf lokale Nachrichtenseiten, Wetterdienste oder regionale Angebote zugreifen, ohne dass diese denken, ihr surft aus einem anderen Bundesland.

Die versteckten Safari-Einstellungen für maximalen Schutz

Viele übersehen, dass der Private Relay zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten direkt in Safari bietet. Öffnet Safari und geht in die Einstellungen über das Menü Safari oder mit der Tastenkombination Cmd+Komma. Unter dem Reiter Datenschutz findet ihr weitere Optionen, die perfekt mit dem Privaten Relay harmonieren.

Besonders interessant ist die Option IP-Adresse vor Trackern verbergen. Diese Einstellung erweitert den Schutz des Privaten Relay und verhindert, dass bekannte Tracking-Dienste eure IP-Adresse überhaupt zu Gesicht bekommen. In Kombination mit der Funktion webseitenübergreifendes Tracking verhindern baut ihr eine robuste Verteidigungslinie gegen Werbenetzwerke auf.

Wenn Webseiten plötzlich verrückt spielen: Troubleshooting-Tipps

Der Private Relay kann manchmal zu unerwarteten Problemen führen. Manche Webseiten funktionieren nicht korrekt, wenn sie eure echte IP-Adresse nicht sehen können. Online-Banking-Seiten beispielsweise nutzen die IP-Adresse als Sicherheitsmerkmal und könnten verdächtig reagieren, wenn ihr plötzlich von einer anderen IP zugreift.

Safari bietet eine elegante Lösung: Klickt mit gehaltenem Ctrl auf das Safari-Symbol im Dock oder macht einen Rechtsklick. Wählt Einstellungen für diese Website aus, während ihr die entsprechende Seite geöffnet habt. Hier könnt ihr den Privaten Relay für einzelne Domains deaktivieren, ohne die generelle Funktion auszuschalten. Diese Ausnahmen werden gespeichert und gelten dauerhaft.

Ein weiteres häufiges Problem betrifft Streaming-Dienste. Einige Plattformen blockieren bekannte Relay-Server oder VPN-IP-Adressen, um geografische Beschränkungen durchzusetzen. Falls Netflix, Amazon Prime oder andere Dienste plötzlich Fehlermeldungen anzeigen, lohnt sich ein vorübergehendes Deaktivieren des Privaten Relay für diese Seiten.

Was ihr über die Performance wissen solltet

Apple betont, dass das Surferlebnis trotz aktiviertem Private Relay schnell und privat bleibt. Einige Geschwindigkeitsmessungen können bei aktiviertem Relay niedriger erscheinen, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass euer tatsächliches Surferlebnis langsamer wird. Apple betreibt ein globales Netzwerk von Relay-Servern, die für optimale Performance ausgelegt sind.

Ihr könnt die Auswirkungen testen, indem ihr einen Speedtest mit aktiviertem und deaktiviertem Relay durchführt. Die Ergebnisse hängen stark von eurer Internetverbindung und den aktuell ausgelasteten Relay-Servern ab. Bei den meisten Verbindungen werdet ihr im Alltag kaum einen Unterschied bemerken – ein Kompromiss, der sich angesichts der erhöhten Privatsphäre durchaus lohnt.

Kombiniert mit anderen Datenschutz-Features für maximalen Schutz

Der Private Relay entfaltet sein volles Potenzial erst in Kombination mit anderen Apple-Datenschutzfunktionen. Die Mail-Adresse verbergen-Funktion von iCloud+ erlaubt es euch, zufällige E-Mail-Adressen zu generieren, die an eure echte Adresse weiterleiten. So bleiben Online-Konten und eure Identität getrennt.

Aktiviert außerdem die intelligente Tracking-Prävention in Safari. Diese maschinenlernende Funktion identifiziert Tracker über verschiedene Webseiten hinweg und blockiert deren Cookies nach 24 Stunden. In Kombination mit dem Privaten Relay, der eure IP verschleiert, wird es für Werbenetzwerke extrem schwierig, ein Profil von euch zu erstellen.

Denkt auch an die DNS-Einstellungen. macOS ermöglicht es euch, verschlüsselte DNS-Abfragen zu nutzen. Geht dafür in die Systemeinstellungen unter Netzwerk, wählt eure Verbindung aus und klickt auf Details sowie DNS. Hier könnt ihr verschlüsselte DNS-Server hinzufügen, was eine weitere Schutzschicht bildet.

Der Unterschied zu klassischen VPNs: Was ihr wissen solltet

Obwohl der Private Relay ähnlich funktioniert, ist er kein vollwertiger VPN-Ersatz. VPNs verschlüsseln den gesamten Datenverkehr eures Macs – auch von Apps außerhalb von Safari. Der Private Relay schützt ausschließlich euren Safari-Browser. Wenn ihr also in Slack chattet, E-Mails abruft oder Software-Updates herunterladet, läuft dieser Datenverkehr weiterhin über eure echte IP-Adresse.

VPNs können außerdem euren virtuellen Standort in ein beliebiges Land verlegen, während der Private Relay euch grob in eurer geografischen Region hält. Für Nutzer, die auf Inhalte aus anderen Ländern zugreifen möchten, bleibt ein klassisches VPN die bessere Wahl. Doch für alltäglichen Datenschutz beim normalen Surfen bietet der Private Relay eine unkomplizierte, integrierte Lösung ohne zusätzliche Software oder komplizierte Konfiguration. Die Technologie fügt sich nahtlos in das Apple-Ökosystem ein und arbeitet Hand in Hand mit den übrigen Sicherheitsfeatures von macOS und Safari.

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