Während alle nach Prag fahren, entdecken Insider diese günstige Donaustadt im Januar: Novi Sad bietet habsburgischen Glanz ohne Touristenpreise

Während die meisten Reisenden im Januar die üblichen Winterziele ansteuern, wartet an der Donau ein Geheimtipp auf Entdecker mit kleinem Budget: Novi Sad, Serbiens zweitgrößte Stadt, zeigt sich in den ersten Wochen des Jahres von einer authentischen, unverfälschten Seite. Die charmante Stadt bietet eine perfekte Mischung aus habsburgischem Erbe, lebendiger Jugendkultur und einer Gastfreundschaft, die man so nur auf dem Balkan findet. Gerade im Januar, wenn die sommerlichen Festivalmassen fern bleiben, entfaltet Novi Sad einen ganz besonderen Charme – und das alles zu Preisen, die selbst das kleinste Reisebudget nicht sprengen.

Warum Novi Sad im Januar perfekt für Gruppen ist

Januar mag nicht der offensichtlichste Monat für eine Städtereise sein, doch genau das macht den Reiz aus. Die Stadt gehört euch praktisch allein, Warteschlangen sind inexistent, und die Einheimischen haben deutlich mehr Zeit für echte Begegnungen. Mit Freunden durch die verschneiten Straßen der Altstadt zu schlendern, während aus den traditionellen Kaffeehäusern der Duft von türkischem Kaffee strömt, hat etwas Magisches. Die Temperaturen liegen zwar oft um den Gefrierpunkt, aber die trockene Kälte ist gut erträglich – und ohnehin verbringt man viel Zeit in den unzähligen gemütlichen Lokalen, wo die Heizung bollert und die Stimmung herzlich ist.

Die faszinierende Architektur zwischen Ost und West

Novi Sad trägt nicht umsonst den Beinamen „Serbisches Athen“. Das historische Zentrum präsentiert sich als architektonisches Freilichtmuseum, in dem sich österreichisch-ungarische Prachtbauten mit orthodoxen Kirchen und sozialistischen Relikten abwechseln. Der zentrale Platz der Freiheit wird von imposanten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert gesäumt, deren Fassaden auch im grauen Winterlicht beeindrucken.

Besonders lohnenswert ist ein ausgedehnter Spaziergang durch die Dunavska-Straße, die Hauptflaniermeile, wo ihr in fast jedem Gebäude eine Geschichte entdecken könnt. Die alte Festung Petrovaradin auf der anderen Seite der Donau thront wie ein steinerner Wächter über der Stadt. Der Aufstieg mag im Januar etwas rutschig sein, aber die Aussicht über den gefrorenen Fluss und die schneebedeckten Dächer entschädigt für jeden kalten Windhauch. In den unterirdischen Gängen der Festung herrschen konstante Temperaturen – eine willkommene Abwechslung zur Winterluft.

Kulinarische Entdeckungen für kleine Budgets

Hier wird es richtig interessant für Reisende, die ihren Geldbeutel schonen möchten. In Novi Sad könnt ihr euch für 3 bis 5 Euro durch die serbische Küche schlemmen. Die traditionellen Bäckereien verkaufen Burek – mit Käse, Fleisch oder Kartoffeln gefüllte Teigtaschen – für etwa 1,50 Euro pro großzügigem Stück. Das reicht locker für ein Frühstück, das euch bis zum Nachmittag satt hält.

Mittags könnt ihr in den zahlreichen kleinen Restaurants ein komplettes Tagesgericht mit Suppe, Hauptspeise und Beilagen für 4 bis 6 Euro bekommen. Ćevapčići, Pljeskavica oder gefüllte Paprika kommen dampfend und in Portionen, die eher für zwei Personen gedacht scheinen. Die serbische Küche ist herzhaft, würzig und perfekt für kalte Januartage. Dazu ein lokales Bier für etwa 1,50 Euro, und der Abend ist gerettet.

Ein Geheimtipp: Die Markthallen sind nicht nur fotogen, sondern auch der ideale Ort, um frisches Obst, Nüsse und lokale Spezialitäten einzukaufen. Für einen gemeinsamen Kochabend in der Unterkunft zahlt ihr pro Person vielleicht 5 Euro und habt dabei deutlich mehr Spaß als in jedem Restaurant.

Nachtleben und Kultur zum Spottpreis

Novi Sad ist eine Universitätsstadt, und das merkt man besonders am Abend. Die Kafana-Kultur – eine Mischung aus Kneipe, Restaurant und Wohnzimmer – ist das Herzstück des sozialen Lebens. Für 8 bis 12 Euro könnt ihr einen ganzen Abend genießen: mehrere Getränke, vielleicht eine Kleinigkeit zu essen, und garantiert Live-Musik oder zumindest angeregte Gespräche mit Einheimischen, die fast alle ausgezeichnet Englisch sprechen.

Die Kulturszene ist überraschend vielfältig. Im Januar finden regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen statt, deren Eintrittspreise zwischen 2 und 8 Euro liegen. Das berühmte EXIT-Festival findet zwar im Sommer statt, aber die dazugehörigen Clubs sind ganzjährig geöffnet und bieten im Winter oft besondere Events. Mit einer Gruppe von Freunden könnt ihr euch problemlos durch verschiedene Locations bewegen, ohne euer Budget zu gefährden.

Unterkunft: Gemeinsam sparen

Die wahre Stärke des Reiseziels zeigt sich bei den Übernachtungspreisen. Hostelbetten gibt es bereits ab 8 bis 12 Euro pro Nacht, wobei die Qualität deutlich über dem liegt, was man für diesen Preis erwarten würde. Viele Unterkünfte im Zentrum sind in renovierten Altbauten untergebracht und versprühen authentischen Charme.

Noch besser: Wenn ihr als Gruppe reist, lohnt sich die Buchung eines privaten Apartments. Für 40 bis 70 Euro pro Nacht bekommt ihr eine komplette Wohnung mit mehreren Schlafzimmern, Küche und oft sogar Waschmaschine. Auf vier oder sechs Personen umgerechnet zahlt jeder zwischen 7 und 15 Euro – und habt dabei deutlich mehr Platz und Privatsphäre als in jedem Hostel. Die Küche ermöglicht es euch zudem, bei einzelnen Mahlzeiten zu sparen, ohne auf Komfort zu verzichten.

Fortbewegung in der Stadt

Novi Sad ist kompakt genug, um die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erkunden. Das Zentrum lässt sich in etwa 20 Minuten durchqueren, und gerade im Januar, wenn die Straßen leer sind, macht das Laufen Spaß. Für längere Strecken oder den Weg zur Festung gibt es ein gut ausgebautes Busnetz. Eine einzelne Fahrt kostet etwa 0,80 Euro, Tageskarten liegen bei rund 2 Euro.

Taxis sind erstaunlich günstig: Eine Fahrt quer durch die Stadt kostet selten mehr als 3 bis 5 Euro. Bei längeren Strecken oder späten Nächten könnt ihr euch zu viert ein Taxi teilen und zahlt am Ende kaum mehr als für den Bus – aber deutlich schneller und bequemer.

Ausflüge in die Umgebung

Wenn ihr mehrere Tage bleibt, lohnt sich ein Abstecher in die Umgebung. Die fruchtbare Region Vojvodina zeigt sich im Januar ruhig und verschneit, aber gerade deshalb reizvoll. Kleine Weingüter bieten Verkostungen für 5 bis 10 Euro an – eine wunderbare Gelegenheit, die lokalen Tropfen zu entdecken, die international noch weitgehend unbekannt sind.

Die nahe gelegenen Klöster Fruška Gora erreicht ihr mit lokalen Bussen für wenige Euro. Die orthodoxen Gotteshäuser liegen malerisch in bewaldeten Hügeln und bieten Einblicke in die spirituelle Tradition der Region. Im Januar ist die Stimmung besonders kontemplativ, und oft seid ihr die einzigen Besucher.

Praktische Tipps für den Januar

Packt in Schichten: Die Temperaturunterschiede zwischen draußen und den oft überhitzten Innenräumen sind beträchtlich. Gute Winterschuhe mit rutschfester Sohle sind ein Muss, besonders für den Aufstieg zur Festung. Eine wiederverwendbare Wasserflasche spart Geld, da Leitungswasser problemlos trinkbar ist.

Der serbische Dinar ist die lokale Währung, wobei ein Euro etwa 117 Dinar entspricht. Geldautomaten sind überall verfügbar, und die Gebühren sind moderat. Viele Restaurants und Geschäfte akzeptieren auch Euro, allerdings oft zu ungünstigeren Kursen. Hebt lieber am Anfang etwas mehr Bargeld ab – mit 50 Euro pro Person kommt ihr locker zwei bis drei Tage aus, wenn ihr nicht gerade jeden Abend ausschweifend feiert.

Die Sprachbarriere ist minimal. Fast alle jungen Menschen sprechen Englisch, und selbst in traditionelleren Lokalen findet sich immer jemand, der übersetzen kann. Die Einheimischen schätzen jeden Versuch, ein paar serbische Worte zu lernen – „Hvala“ (Danke) und „Živeli“ (Prost) öffnen Türen und Herzen.

Novi Sad im Januar ist Balkan-Romantik ohne Touristenmassen, authentische Erlebnisse ohne aufgeblasene Preise und Gemeinschaft ohne Ellbogenmentalität. Für eine Gruppe von Freunden, die mehr erleben als ausgeben möchten, gibt es kaum ein besseres Ziel. Die Stadt belohnt neugierige Entdecker mit Geschichten, Geschmackserlebnissen und Erinnerungen, die weit mehr wert sind als ihr bescheidener Preis.

Was reizt dich am meisten an Novi Sad im Januar?
Leere Straßen ohne Touristenmassen
Burek für 1
50 Euro
Kafana-Kultur und Live-Musik
Schneebedeckte Festung Petrovaradin
Authentische Balkangastfreundschaft

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