Stefan Kuntz verlässt HSV: Warum der Sportvorstand jetzt alle Schlagzeilen dominiert
Der Name Stefan Kuntz dominiert seit den frühen Morgenstunden des 2. Januar 2026 die deutschen Google-Suchanfragen. Über 10.000 Suchanfragen innerhalb von nur vier Stunden und ein explosionsartiges Wachstum von 1000 Prozent – diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Antwort liegt in einer Nachricht, die Fußball-Deutschland regelrecht schockiert hat: Der Sportvorstand des Hamburger SV hat seinen Posten mit sofortiger Wirkung verlassen. Der plötzliche Abgang beim HSV wirft Fragen auf und sorgt für Diskussionen über die Zukunft des Traditionsvereins, der gerade erst in die Bundesliga zurückgekehrt ist.
Am gestrigen Silvestertag, dem 31. Dezember 2025, reichte Stefan Kuntz beim HSV seine Vertragsauflösung ein – eine Information, die heute öffentlich wurde und für ungläubiges Staunen sorgt. Der 63-jährige Funktionär, der erst im Mai 2024 als Sportvorstand zum Traditionsverein gekommen war, verlässt den Club aus persönlichen und familiären Gründen. Kuntz selbst äußerte sich knapp, aber deutlich zu seiner Entscheidung und machte klar, dass private Gründe schwerer wiegen als seine berufliche Verantwortung im Profifußball.
Stefan Kuntz beim HSV: Vom Bundesliga-Aufstieg zum überraschenden Rücktritt
Was Stefan Kuntz in seiner knapp anderthalbjährigen Amtszeit beim Hamburger SV geleistet hat, verdient höchsten Respekt. Er übernahm einen Club, der sich seit sieben langen Jahren in der sportlichen Bedeutungslosigkeit der 2. Bundesliga befand – eine Tortur für einen Traditionsverein mit der Historie des HSV. Die Hanseaten waren zum Sinnbild für verpasste Chancen und gescheiterte Aufstiege geworden, doch Kuntz sollte diese negative Serie durchbrechen.
Kuntz wagte mutige Entscheidungen, die ihm zunächst Kritik einbrachten. Als Steffen Baumgart den Verein verließ, hielt der Sportvorstand am unerfahrenen Merlin Polzin als Trainer fest – eine Personalentscheidung, die sich als Volltreffer erweisen sollte. Unter Polzins Führung und mit Kuntz‘ strategischem Weitblick gelang 2025 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga. Die Aufstiegsfeier wurde zu einem emotionalen Ausnahmezustand für die gesamte Hansestadt und krönte die Arbeit des Sportvorstands.
Kaderplanung Bundesliga: Kuntz holte Vušković, Vieira und Lokonga zum HSV
Nach dem Aufstieg bewies Kuntz erneut sein Händchen für Transfers. Er baute den Kader geschickt um und verpflichtete vielversprechende Spieler wie Luka Vušković, Fábio Vieira und Albert Sambi Lokonga. Diese Neuzugänge überzeugten in der Hinrunde und halfen dem HSV, sich in der Bundesliga zu etablieren. Gleichzeitig musste man sich von Schlüsselspielern wie Davie Selke trennen – schwierige Entscheidungen, die Kuntz aber konsequent durchzog und die zeigten, dass er eine klare Vision für den Club hatte.
Aktuell steht der HSV als Tabellen-13. zwar nicht gerade auf einem Glanzplatz, aber für einen Aufsteiger ist die Position durchaus solide. Die Basis für eine erfolgreiche Rückkehr ins Oberhaus war gelegt – und genau das macht Kuntz‘ plötzlichen Abgang so schmerzhaft für die Fans. Besonders pikant: Noch vor kurzem kursierten Gerüchte über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Kuntz. Dass nun stattdessen die sofortige Trennung kam, unterstreicht die Dramatik der Situation und zeigt, dass die privaten Gründe schwerwiegend sein müssen.
Karriere Stefan Kuntz: Von der Bundesliga-Legende zum erfolgreichen Sportfunktionär
Wer ist dieser Mann, der gerade ganz Fußball-Deutschland beschäftigt? Stefan Kuntz ist weit mehr als nur ein Sportfunktionär. Die jüngere Generation kennt ihn vielleicht primär aus seiner Zeit als Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft oder als Nationalcoach der Türkei. Doch für die über 40-Jährigen ist Kuntz in erster Linie eine echte Bundesliga-Ikone. Als bullenstarker Stürmer machte er sich vor allem bei Schalke 04 einen Namen und gehörte zu den prägenden Figuren des deutschen Fußballs in den 1990er Jahren.
Nach seiner aktiven Karriere schlug Kuntz den Weg ins Trainergeschäft ein und bewies dort sein außergewöhnliches Gespür für Talententwicklung. Seine erfolgreichste Zeit hatte er zweifellos als U21-Coach des DFB, wo er eine ganze Generation junger Spieler formte und 2017 sowie 2021 die Europameisterschaft gewann. Der Wechsel in die Türkei als Nationaltrainer brachte neue Herausforderungen, bevor er 2024 den Ruf des HSV erhörte und Jonas Boldt als Sportvorstand ablöste. Diese Stationen zeigen einen Mann, der im Fußball nahezu alles erreicht hat.
HSV Nachfolger Kuntz: Wie der Hamburger SV die Lücke schließen will
Der Aufsichtsratschef des HSV, Michael Papenfuß, versuchte am heutigen Trainingsauftakt nach der Winterpause die Wogen zu glätten. Er betonte, dass der Verein mit Eric Huwer und der zweiten Führungsebene gut aufgestellt sei. Man verspüre keinen unmittelbaren Druck, einen direkten Nachfolger zu präsentieren. Diese Aussage wirkt beruhigend, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der HSV einen erfahrenen Strategen verliert, der den Club gerade erst in ruhigeres Fahrwasser geführt hatte.
So bitter der Verlust für den HSV auch ist – die Reaktionen im Netz zeigen, dass Fans und Experten die Entscheidung von Stefan Kuntz respektieren. Sein Statement, dass es manchmal wichtigere Dinge als Fußball gebe, erinnert daran, dass auch im Hochleistungssport Menschen mit Familien und persönlichen Verpflichtungen agieren. Die Bitte um Privatsphäre wird weitgehend akzeptiert, auch wenn die Neugier natürlich groß ist. Die Geschichte von Stefan Kuntz beim Hamburger SV endet somit abrupt, aber würdevoll.
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